Schuleintritt – ein neuer Schritt für die ganze Familie

Der Schuleintritt ist ein großer Schritt – nicht nur für Ihr Kind, sondern für die ganze Familie. Jedes Kind ist anders und möchte, wie wir alle, in seiner Einzigartigkeit emphatisch gesehen werden.

Da stellt sich vielen Eltern die Frage: Wie kann das gelingen? Wie können wir den Spagat schaffen zwischen „eigenverantwortlich die Schulmappe packen“, pünktlich um 7:50 Uhr in der Schule sein, ans Pausenbrot denken und dafür sorgen, dass die Hausaufgaben erledigt sind, statt nachmittags einfach Spaß zu haben?

Familie ist ein System

So wie Ihr Kind in die neue Lebenssituation hineinwächst, dürfen auch Sie sich als Eltern die Zeit und den Raum geben, einen passenden Rhythmus zu finden, neue Abläufe auszuprobieren, zu scheitern, aufzustehen und weiterzugehen.

Oft bedeutet der Schuleintritt für uns Eltern, unser Kind (wieder) ein bisschen mehr loszulassen. Das ist nicht immer leicht, ich spreche aus eigener Erfahrung. Dazu gehört Vertrauen in die Fähigkeiten des eigenen Kindes und der Lehrer: innen. Vielleicht ist da auch ein bisschen Wehmut über die Zeit, in der das Kind einfach „kindlich sein durfte“, ohne Verpflichtungen und Aufgaben am Nachmittag. Vielleicht kommt auch Angst auf, den Anforderungen nicht gerecht zu werden.

Unsere eigenen Erfahrungen, Erwartungen und Sorgen beeinflussen, wie wir auf unser Kind schauen und wie viel wir ihm zutrauen.

Vielleicht lohnt es sich deshalb, die Frage zu stellen:

Was braucht mein Kind gerade – und was brauche vielleicht ich?

Hierzu möchte ich Ihnen ein kleines Beispiel aus meiner Praxis erzählen, selbstverständlich ohne die richtigen Namen zu nennen.

Vor vier Jahren kam ein Elternpaar mit ihrem sechsjährigen Sohn zu mir. Der Junge, nennen wir ihn Tom, hatte starke Schulängste, wollte sich von seiner Mutter nicht trennen und hat viel geweint bzw. irgendwann lautstark geschrien, sobald die Mutter gehen wollte. Die Verzweiflung war groß. Die Eltern kamen zu mir mit dem Ziel, über die frühkindliche Reflexintegration eine Lösung für diese vermeintlich ausweglose Situation zu finden. Tatsächlich war der Moro-Reflex bei Tom noch aktiv. Dieser wird in neuen Situationen ausgelöst, führt zu einer enormen Ausschüttung von Cortisol und Adrenalin und die Kinder befinden sich in einem ständigen Angstmodus, selbst bei vermeintlichen Kleinigkeiten. Die Eltern und Tom haben wunderbar mitgearbeitet. Die einfachen Bewegungsübungen wurden täglich über einen Zeitraum von vier Wochen durchgeführt. Die kinesiologische Testung ergab, dass der Moro-Reflex keinen Stress mehr anzeigte. Auch die Eltern berichteten, dass Tom inzwischen ohne Widerstand in die Schule geht. Bei der Mutter hat sich Vertrauen gegenüber der Lehrerin aufgebaut. Wunderbar. So soll es sein. Nach weiteren zwei Wochen bat mich die Familie erneut um Hilfe. Tom wollte bei einem Freund übernachten, hatte aber irgendwie auch Angst und fühlte sich hin- und hergerissen. Ich fragte die Mutter, wie es ihr ginge, wenn sie an die Übernachtung denke. Da kam ganz viel Angst hoch, es ging ums eigene Loslassen. (Ihre Erfahrungen in der Schwangerschaft lösten diese übermäßige Angst aus und hinderten sie daran, ihr Kind im Vertrauen bei seinem neuen Freund übernachten zu lassen.) Mithilfe der systemischen Kinesiologie konnte die Mutter an ihren Ängsten arbeiten, alten Ballast loslassen und ihr Kind vertrauensvoll in die nächste Entwicklungsphase begleiten.

In meiner Praxis für Systemische Kinesiologie und systemisches Coaching in Birkenwerder richte ich den Blick deshalb nicht ausschließlich auf das Kind. Wir schauen auf das gesamte Familiensystem.

Gemeinsam können wir herausfinden, wo Sie unterstützen möchten, wo Ihr Kind eigene Verantwortung übernehmen darf und was Ihnen hilft, mehr Vertrauen und Sicherheit in Ihrer Elternrolle zu entwickeln.

Kinesiologische Methoden können dabei unterstützen, Stress wahrzunehmen und eigene Ressourcen zu stärken. Das systemische Coaching eröffnet neue Perspektiven und hilft, Zusammenhänge zu erkennen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Denn manchmal beginnt Veränderung nicht beim Kind, sondern bei uns selbst.

Wenn Eltern klarer, sicherer und vertrauensvoller werden, kann das auch dem Kind neue Möglichkeiten eröffnen.

So darf Schuleintritt ein Entwicklungsschritt für die ganze Familie sein – mit Raum für Selbstständigkeit, Vertrauen und einen eigenen Weg.